Predigt zum Aschermittwoch (Mt 6,1-6. 16-18)

Neustart

Eines meiner Lieblingszitate des heiligen Franz von Sales passt wunderbar zum Aschermittwoch – zum Beginn der österlichen Bußzeit. Diese Zeilen stammen aus einem Brief, den Franz von Sales an die heilige Johanna Franziska von Chantal schrieb. Darin heißt es:

„Wir vergessen oft den Grundsatz, den uns die Heiligen immer wieder einschärfen: wir müssen daran denken, dass wir jeden Tag mit unserem Fortschritt oder unserer Vervollkommnung wieder zu beginnen haben. … Man wird niemals fertig damit; man muss immer wieder beginnen und zwar gerne wieder beginnen. … Was wir bisher getan haben, ist gut, was wir aber nun beginnen, wird besser sein; und wenn wir es vollendet haben, werden wir wieder etwas anderes beginnen, das noch besser sein wird, und dann wieder etwas anderes, bis wir diese Welt verlassen, um ein anderes Leben zu beginnen, das kein Ende haben wird, da uns nichts Besseres zuteil werden kann“ (DASal 5,272).

Mit dem Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit. Dieser Tag ist also ein wunderbarer Anlass für einen Neubeginn, einen Neustart. Die Asche, mit der wir heute bezeichnet werden, erinnert uns daran: „Bedenke, dass du zu Staub werden wirst – Kehr um und glaub an das Evangelium“. Diese Worte fordern uns dazu auf, wieder einmal darüber ernsthaft nachzudenken, was ich in meinem Leben ändern muss, um der frohen Botschaft Jesu wieder besser zu folgen. Das heutige Evangelium liefert uns dafür ja ein paar Stichworte: „Almosen geben“, „Gebet“ und „Fasten“, wobei es Jesus dabei nicht so sehr auf die Äußerlichkeiten ankommt, die alle sehen können, sondern auf die innere Haltung und Einstellung, die nur ich allein kenne – und natürlich Gott. Und das gilt ja eigentlich für alles, was unser Glaubensleben betrifft: die Nächstenliebe, die Gottesliebe, die Selbstliebe, die Liebe zur Schöpfung … Wie sieht es mit all dem aus? Gibt es da etwas zu ändern, zu verbessern – wieder neu zu beginnen, und zwar gerne zu beginnen.

Nutzen wir dazu die österliche Bußzeit, lassen wir die Asche auf unserem Haupt zum Zeichen dafür werden, dass wir unser Leben wieder neu auf Jesus Christus uns seine Botschaft ausrichten wollen. Amen.

P. Herbert Winklehner OSFS