Einträge von Herbert Winklehner

Predigt beim Requiem von P. Ludwig Fröhlich (2 Kor 5, 1.6-7.9a.10; Mt 25, 31-40)

Es war bei P. Ludwig wirklich so, wie es der hl. Paulus an die Korinther schreibt: sein irdisches Zelt wurde abgebrochen, schnell und ohne Vorwarnung – auf sein Leben übertragen: es ist abgerissen wie ein Faden. Das ist jedes Mal, wenn ein Mensch so unvorhergesehen von uns geht, wie ein Einbruch, ein Einbruch in unsere Wirklichkeit – oder wie ein Einbruch in das Haus unserer Ordnung und Planung.

Predigt beim Requiem für P. Franz Schaberger (Eph 2, 5-10; Mt 18,1-5)

„Nehmt Gottes Melodie in euch auf“ – das schreibt der hl. Ignatius von Antiochien in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus. Nehmt Gottes Melodie in euch auf! Der hl. Ignatius soll der Legende nach das Kind gewesen sein, das Jesus in die Mitte seiner Jünger stellte und dazu sagte: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Predigt beim Requiem von P. Edmund Kwiasowski (Kol 1, 12-20; Mk 8, 22-26)

Als P. Edmund in der ersten Stunde des 13. Septembers seine Augen für immer schloss, waren diese schon einige Jahre aufgrund seiner Diabeteserkrankung völlig erblindet. Die wenigen Male, die ich ihm im Haus seiner Schwester Frau Gertrud Scholz in Witten besuchte, erlebte ich P. Edmund im Rollstuhl beim Tisch sitzend zufrieden, freundlich und so, als ob seine erblindeten Augen ihm eigentlich nicht (mehr) störten.