Am Sonntag, 12. Juli 2026, feierte Pater Konrad Haußner OSFS in seiner Heimat Tauberfeld, Bayern, das 55-jähriges Priesterjubiläum. Konzelebranten waren Pfarrer Simon Heindl, Prof. Dr. theol. Jürgen Bärsch und Provinzial Pater Josef Költringer OSFS. Zahlreiche Verwandte waren angereist, der örtliche Kirchenchor begleitete den festlichen Gottesdienst mit großer gesanglicher Hingabe. In seiner Dankesrede erinnerte sich der Jubilar an die Gnade seiner Berufung, die ihn zeit seines Lebens vor allem in Leitungsaufgaben des Ordens führte – obwohl sein eigentlicher Wunsch stets gewesen sei, als Pfarrer einer Gemeinde zu dienen.

Provinzial P. Josef Költringer würdigte in seiner Festpredigt den Lebensweg des 1943 in Tauberfeld geborenen Jubilars: Von seinen sechs Geschwistern ist keines mehr am Leben, ein Onkel, ebenfalls Priester, verstarb 1962 kurz vor Konrads Eintritt ins Noviziat. 1971 wurde er in Eichstätt zum Priester geweiht. P. Költringer, der einst selbst Schüler Konrads in einem Internat war, bezeichnete ihn als wortmächtigen, emotionalen und stets gefragten Prediger.

Ein solches Jubiläum lade dazu ein, dankbar auf das eigene Leben zurückzublicken und zugleich nach vorne zu schauen, so der Provinzial. In Zeiten, die „ein wenig aus dem Lot“ geraten seien, brauche es Vertrauen und Hoffnung – nicht Resignation. Als Bild dafür wählte Költringer die Darstellung des Apostels Petrus in einem oberösterreichischen Dorf, der den Schlüssel nicht in der Hand, sondern wie einen Rucksack am Rücken trägt und so beide Hände frei hat, um einen Fisch zärtlich an sich zu drücken – ein Sinnbild für einen Glauben, dem es nicht um Macht, sondern um das Wohl der Menschen geht. Konrad als ein „Menschenfischer“ im ursprünglichen Sinn: als jemanden, der anderen durch die Stürme des Lebens hilft, der zuhört und an Neuanfänge glaubt. Mit dem Gleichnis vom Sämann aus dem Tagesevangelium schlug der Prediger den Bogen zu den 55 Jahren priesterlichen Wirkens: Auch wenn heute weniger Menschen den Weg in die Kirche fänden als zur Zeit von Konrads Weihe, dürfe der Sämann nicht aufhören zu säen – denn niemand wisse, welches Wort, welche Geste oder welcher Blick irgendwo im Verborgenen aufgehe.

Zum Abschluss dankte der Provinzial P. Konrad dafür, dass er 55 Jahre lang seiner Berufung treu geblieben sei – treu zu Gott, zu den Menschen und zu sich selbst; treu zu seinem Gott, der ihm vor vielen Jahren die Hände aufgelegt hat und sie nie zurückgezogen hat.

Fotos: Claudia Stock