Hintergrund

Am Samstag, 16. April 2016, wurde Ecuador von einem schlimmen Erdbeben heimgesucht wurde. Betroffen waren auch Schulen, die die Oblatinnen des hl. Franz von Sales betreuen. Schwester Klara Maria Falzberger, Regionaloberin der Schwestern für Südamerika, beschreibt die aktuelle Situation in den Schulen:

Am 16. April 2018 haben wir in Ecuador, zutiefst berührt und voller Dankbarkeit darüber, leben zu dürfen, den zweiten Jahrestag des verheerenden Erdbebens der Stärke 7.8 begangen. 673 Menschen sind damals ums Leben gekommen, zwölf bis heute verschollen und mehr als 12.000 Kinder und Erwachsene sind zum Teil schwer verletzt worden. Nur 113 Menschen konnten aus den Trümmern der 69.335 Häuser und Gebäude lebend gerettet werden. Auf Grund dieser Tragödie mussten 80.000 Menschen umgesiedelt werden, weil sie alles verloren hatten, was ihnen Schutz und Sicherheit geben konnte. Die beiden am schwersten in Mitleidenschaft gezogenen Provinzen waren Esmeraldas und Manabí. In der letzteren sind wir Oblatinnen des heiligen Franz von Sales an vier Orten tätig. Gott schenkte uns, in seiner großen Güte und Barmherzigkeit, inmitten der Zerstörung unserer zwei großen Gymnasien, das Wunder, weder Tote noch Verletzte unter unseren Schwestern zu beklagen.

Noch viele Trümmer

Genau zwei Jahre nach diesem Erdbeben, am 16. April 2018, begannen 2.663.091 Schüler/innen ein neues Schuljahr. Trotz des intensiv betriebenen Wiederaufbaues gibt es immer noch Gebäude, Krankenhäuser und Schulen, die noch nicht instandgesetzt wurden. Unsere Gymnasien San Francisco de Sales in Rocafuerte und Leoní Aviat in Manta, Tarqui, in der so genannten „Zona Zero“, also dem Gebiet mit den schwersten Zerstörungen, sind einige von diesen. Unsere Schülerinnen und Schüler warten geduldig auf „bessere Zeiten“, in denen sie in neuen Schulräumen jene ganzheitliche Erziehung erfahren werden, die eines der Merkmale unserer Pädagogik ist.

Mit Hilfe zahlreicher Wohltäter, derer wir täglich mit Dankbarkeit im Gebet gedenken, konnten wir in unserem Gymnasium von Rocafuerte den Trakt der Volksschule wieder aufbauen, in der im Schuljahr 2018/19 ungefähr 300 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren unterrichtet werden. Trotzdem wartet der Großteil unserer Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe, mehr als 400 Schülerinnen und Schüler, noch immer auf ihr neues Gymnasium. Der Bau hat begonnen, es fehlt aber an finanziellen Mitteln, um ihn schnell beenden zu können.

Schulbaracken

Die Schülerinnen und Schüler begnügen sich einstweilen mit den Schulbaracken, die uns der Staat zur Verfügung gestellt hat und die sie mit den Schülerinnen und Schülern des staatlichen Gymnasiums teilen. Schulräume, die zu klein und zu heiß sind und wo es nicht einmal den kleinsten Komfort gibt. Staub, Schlamm, Schweiß und fehlende Privatsphäre sind die täglichen Begleiter unserer 12- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler, aber trotz allem sind sie davon überzeugt, dass auch sie bald in ihrem eigenen Gymnasium unterrichtet werden. Aus diesem Grund harren sie geduldig aus, ohne ein anderes Gymnasium zu suchen, denn was sie und ihre Eltern wünschen, ist die ganzheitliche Schulerziehung mit einem hohen akademischen Niveau, die in den Schulen der Oblatinnen des hl. Franz von Sales angeboten wird.

Schülerinnen evakuiert

Nachdem die Schülerinnen des Gymnasiums Leoní Aviat während zwei Jahren in den Räumen des Gymnasiums Stella Maris unterrichtet wurden – beide werden von unserer Kongregation geleitet und befinden sich in Manta – sind sie am 16. April 2018 wieder in das ursprüngliche Schulgelände zurückgekehrt. Dort sind zwei der drei Schulgebäude in weniger als einer Minute in sich zusammengestürzt. Das dritte, noch nicht völlig fertiggestellte Gebäude konnte glücklicherweise repariert werden und dient als einzige Unterkunft für 200 Schülerinnen, die wir dort im Augenblick unterrichten können. Der Großteil der fast 900 Schülerinnen, die 2016 das Schuljahr in Leoní Aviat beendet hatten, mussten, auch wenn es nur vorübergehend ist, in anderen Schulen Aufnahme suchen, in der Hoffnung bald wieder ihre alte Schule besuchen zu können.

Von ganzem Herzen danke ich Ihnen für die Unterstützung, die wir als Soforthilfe nach dem Erdbeben erhalten haben und appelliere nochmals an Ihre Großherzigkeit. Ohne ihre Hilfe wären wir nicht in der Lage gewesen, aus den Trümmern aufzustehen. Gleichzeitig können wir aber auch nicht ohne Ihre Hilfe den Wiederaufbau zu Ende führen, den wir begonnen haben oder so viele der uns anvertrauten Menschen erhoffen und erwarten – den Wiederaufbau der beiden vom Erdbeben zerstörten Gymnasien San Francisco de Sales in Rocafuerte und Leoní Aviat in Manta, Tarqui.

Möge Gott sie segnen und schützend begleiten. Mögen Sie auch weiterhin Freunde und Förderer aller Bedürftigen sein und Erbauer des Friedens in der Welt.

Sr. Klara Maria Falzberger OSFS

Regionaloberin der Oblatinnen des hl. Franz von Sales in Südamerika

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