Pleysteiner stolz auf Neupriester
Kirchliche und weltliche Vereine heißen Pater Stefan Weig begeistert willkommen
Pleystein. (bey) "Wir danken Gott dafür, dass es dich gibt." Mit dieser letzten Zeile ihres Gedichts brachten die Erstkommunionkinder Helene Kriemer und Maximilian Helgert bei der Begrüßung des Neupriesters am Freitag in der Zottbachtalschule den Stolz und die Freude über die Weihe von Stefan Weig zum Priester schlicht zum Ausdruck.
Beim Empfang in der Unterkirche erinnerte Thomas Müllner, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, an einen bedeutsamen Satz des Kolpingvaters. "Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande einsetzen." Diese Aussage beschreibe die offene Art von Stefan Weig, Menschen und deren Herzen zu gewinnen.
Mit den Klängen der Stadtkapelle Pleystein und dem Salut des "Pleysteiner Fähnleins" wurde der Neupriester vor dem Schulgebäude empfangen. Bürgermeister Johann Walbrunn, Dekan Alexander Hösl, Stadtpfarrer Pater Hans Ring und Kirchenpfleger Hans Helgert hießen ihn und seine Mutter Grete Weig willkommen. Dann trugen die Kommunionkinder ihren Willkommensgruß vor und überreichten einen Blumenstrauß.
Letztmals vor 33 Jahren
Pater Ring hatte zurückgerechnet, dass letztmals vor 33 Jahren ein Primiziant in der Stadt empfangen wurde. Obgleich er die ersten Überlegungen Weigs für den Weg zum Priester miterlebt habe, sei der Gedanke nicht aufgekommen, als Heimatpfarrer das Ziel dieses Weges miterleben zu dürfen, sagte der Stadtpfarrer. "Wir wünschen dir einen guten Weg im Weinberg des Herrn."
"Der Empfang des Primizianten vereint die Stadt", sagte Bürgermeister Walbrunn. Jeder Bürgermeister dürfe sich glücklich schätzen, wenn in die Amtszeit eine Primiz falle, sagte das Stadtoberhaupt. Der Glanz Pleysteins, der im Marschlied über die Stadt besungen werde, verstärke sich durch die Anwesenheit Stefan Weigs als Neupriester und seinem Willen dem Ruf Gottes zu folgen.
Nach dem begeisternden Empfang im Schulgebäude in Anwesenheit der Pleysteiner Stadtspitze, der Geistlichkeit, der kirchlichen, weltlichen Vereine und Organisationen sowie vieler Verwandter und Freunde ging der Marsch mit Fackeln über den Marktplatz zur Stadtpfarrkirche St. Sigismund. Dort feierte Pfarrer Thomas Mühlberger mit seiner Band eine eucharistische Andacht. Der Gottesdienst mit moderner, rhythmischer Musik solle freudigen, gleichzeitig besonderen Charakter haben und entspreche dem Wunsch Weigs, sagte Pfarrer Mühlberger. Im Mittelpunkt der Messe stellte der Geistliche das Thomasbekenntnis.
Beim Empfang in der Unterkirche erinnerte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Andreas Meier an die Mitwirkung des Neupriesters in der Kirchengemeinde zunächst als Ministrant und später als Lektor. Der freudige Blick richte sich auf die Feier der Primiz.
Geschenke überreicht
Als Geschenk der Pfarrgemeinde überreichten Stadtpfarrer Ring, Kirchenpfleger Helgert und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Meier ein Messgewand mit dem eingewebten Ausspruch "Vivat Jesus", der Franz von Sales geprägt hat. Für die Stadt Pleystein und das Vereinskartell überreichten Bürgermeister Walbrunn und Kartellvorsitzender Helmut Rewitzer eine Wendestola und ein Versehbesteck. Rewitzer lud Pater Weig ein, bei einem der nächsten Kreuzbergfeste die Predigt zu halten. Zur Begleitung im priesterlichen Leben übergaben Pfarrer Ring und Pater Reinhold Schmitt eine Versehgarnitur. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung schlossen sich mit der Geschenken an. In Namen der Kolpingsfamilie überreichte Müllner eine weitere Stola. Für den katholischen Frauenbund, den Ortsverband der KAB und die Katholische Jugend übergab Annemarie Woppmann einen Messkoffer. Die Feuerwehr Pleystein übergab die geschnitzte Figur des heiligen Florian. Der Kirchenchor Pleystein mit Dirigenten Alexander Völkl überreichte ebenfalls ein Geschenk.
Pater Weig dankte für die Herzlichkeit des Empfangs, aber auch für die Vorbereitungen. Der Neupriester versicherte, die Einmaligkeit aller Feierlichkeiten an den neuen Arbeitsplatz nach Wien mitzunehmen. "Ich werde meine Festplatte damit füllen und immer wieder abspielen." Die Entfernung zu Pleystein hindere nie, immer wieder zurückzukommen.
"Frohlocken und fröhlich sein"
Pater Stefan Weig feierte in seiner Heimatgemeinde Primiz - Künftiger Einsatz in Wien
Pleystein. (bey) Auf diesen Tag hat die Stadt über drei Jahrzehnte gewartet. Pater Stefan Weig, ein gebürtiger Pleysteiner, feierte am Sonntag in der Stadtpfarrkirche St. Sigismund seine Primiz. Stadtpfarrer Pater Hans Ring, Bürgermeister Johann Walbrunn und Kirchenpfleger Hans Helgert werteten diese Feier als positiv für das christliche Miteinander in der Stadt.
Der Marktplatz und die Stadtpfarrkirche hatten zu diesem seltenen Ereignis das Festkleid angezogen. An den Häusern und am Gotteshaus waren die Fahnen in den Farben der Stadt und der Kirche aufgezogen worden.
Kurz nach 9 Uhr startete der Festzug, angeführt von der Stadtkapelle, um am Rathaus die Honoratioren der Stadt abzuholen. Dann ging der Weg zurück zum Pfarrheim.
Kirche voll besetzt
Dort reihten sich die Ministranten, die Geistlichkeit der Stadt mit den Konzelebranten und den befreundeten Geistlichen des Primizianten ein. Das Gotteshaus war voll besetzt. In der ersten Bankreihe saßen die Mutter des Primizianten, Grete Weig, Großmutter Irmgard Weig und die nächsten Angehörigen und Verwandten.
Bevor Pater Weig seine erste Messe in seiner Heimatgemeinde zelebrierte, weihte Stadtpfarrer Pater Hans Ring das Messgewand des Neupriesters. Dann streifte sich Pater Weig sein neues Priestergewand über und legte die Stola an.
Stadtpfarrer Pater Hans Ring nannte die Feier der Primiz ein ganz besonderes Fest für die Pfarrgemeinde. Festprediger Pater Josef Költringer sprach über das Glück der Menschen, das in seiner Bedeutung jedoch hinter dem Sinn des Lebens zurückstehen muss. Ein Glück mit Wohlgefühl bringe Vergnügen und Lust.
Diese Art des Glücks könne jederzeit verfügbar, aber nicht die Grundlage eines ganzen Lebens sein. Stefan Weig werde ein paar Tage dieses Glück verspüren, dann aber an seinem künftigen Arbeitsplatz in Wien auch schmerzliche Augenblicke hinnehmen müssen, sagte Költringer. Derartige Momente seien Bestandteil jeden Lebens. Deshalb sei Weig auch nicht für das Glück zuständig, sondern müsse Zusammenhänge herstellen und erkennen, um dadurch den Sinn zu vermitteln.
"Stefan, deine Heimatpfarrei ist glücklich, heute mit dir Primiz in unserer Pfarrkirche feiern zu dürfen", sagte Kirchenpfleger Hans Helgert. Eine derartige Feier sei ein eher seltenes Ereignis und werde im christlichen Miteinander in der Stadt lange nachwirken, meinte er.
Trotz seiner beruflich bedingten Abwesenheit nach dem Studium als Lehrer habe Weig immer wieder den Weg zurück nach Pleystein gefunden, betonte der Kirchenpfleger. Hier habe der Neupriester auch die Glaubensgemeinschaft der Oblaten des Heiligen Franz von Sales kennengelernt und sich entschlossen, in dieser Gemeinschaft den Glauben zu leben.
"Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat, lasst uns frohlocken und fröhlich sein", sagte Bürgermeister Johann Walbrunn. Dies sei der richtige Ausdruck, um den festlichen Tag zu beschreiben, der als Meilenstein in die Geschichte der Stadt eingehen werde.
Jugend begeistern
"Wir brauchen in der Kirche Leute wie dich, die die Jugend begeistern und führen können", machte das Stadtoberhaupt deutlich. "Insgesamt ist es notwendig, wieder mehr Vorbilder als Vorschriften zu haben."
Pater Weig dankte allen für die Wertschätzung. Einen ausdrücklichen Dank sprach er den Helfern aus, die zur Gestaltung des Primizgottesdienstes beigetragen haben. Dazu gehörte der Kirchenchor mit Orchesterbegleitung. Anschließend segnete Pater Weig die Fahnenbänder, die er dann an die Fahnen der Vereine heftete.
Zum Abschluss erteilte Pater Weig durch Ausbreiten der Hände den allgemeinen Primizsegen als Geschenk Gottes für die Kirchengemeinde. Nach der nachmittäglichen Andacht erteilte er den Gläubigen den Einzelprimizsegen.
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