Ein Bote der Liebe
Diakonenweihe von Alcide Leonard Kragbe OSFS
Nicht bombastische liturgische Feiern noch herausragende Predigten sind das Entscheidende für das christliche Glaubensleben. Im Zentrum steht die Liebe Christi weiterzutragen. Und gerade das ist die Aufgabe des Diakons in der Kirche, weshalb sich dieser Dienst auch bestens aus der salesianischen Theologie heraus deuten lässt. Dies war die Quintessenz der Predigt des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger bei der Diakonenweihe von F. Alcide Leonard Kragbe OSFS am 8. Januar 2012. Sie fand in der Pfarrkirche zur Göttlichen Vorsehung in der Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn bei Augsburg statt, wo F. Alcide seit Herbst letzten Jahres sein pastorales Praktikum ableistet.
Engagierte Seelsorger in einer lebendigen Pfarrei
Die Pfarreiengemeinschaft von Königsbrunn ist nicht nur die größte in der Diözese Augsburg, sie ist auch überaus lebendig. Eine große Zahl von Ministranten zog bei der Weiheliturgie mit ein und auch das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Gästen war auch eine große Zahl von Sales-Oblaten. Provinzial P. Thomas Vanek hatte die Aufgabe, den Weihekandidaten dem Bischof und den Gottesdienstteilnehmern vorzustellen und berichtete dabei über den Lebensweg von Alcide. Dass er schon früh den Wunsch hatte, Priester zu werden, was aber in seinem Heimatland, der afrikanischen Elfenbeinküste nicht möglich war, und dass er in Paderborn, wo er Geografie und Tourismus studierte, im Jahr 1992 die Sales-Oblaten kennengelernt habe. Im Jahr 2005 trat er in den Orden ein, war zuerst Postulant in Haus Overbach bei Aachen und dann Novize in Eichstätt. Er studierte dort an der Katholischen Universität Theologie und legte am 13. März 2011 seine Ewige Profess ab.
Der „sympathische Bischof“ Franz von Sales als Vorbild
In der lebendigen Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn wird der neugeweihte Diakon viele Möglichkeiten haben, seinen Dienst zu tun. Weihbischof Losinger wies in seiner Predigt unter anderem auch auf die Projekte zur Eingliederung Behinderter in der Gemeinde hin. Gerade in solchen Arbeitsfeldern sei der Diakon gefragt, weil eine seiner vorrangigen Aufgaben ist, den Menschen ihre Würde vor Gott deutlich zu machen. Dazu sei es vor allem nötig, dem anderen in echter Liebe zu begegnen. In diesem Sinn zitierte Losinger Franz von Sales, den er ausdrücklich als „sympathischen Bischof“ bezeichnete. Der Heilige – so Losinger – habe empfohlen, immer die Hand Gottes zu ergreifen und darauf zu vertrauen, dass Gott uns grundsätzlich kein Leid schickt. Und wenn er es doch tut, dann gibt er uns auch den Mut, es zu ertragen.
Im Anschluss an die Diakonenweihe gab es noch – im Rahmen des Neujahrempfangs der Pfarrei – einen Umtrunk mit den Pfarreiangehörigen. Abschließend trafen sich Mitbrüder, Pfarreimitarbeiter und Freunde des Neugeweihten gemeinsam mit Weihbischof Losinger in familiärer Atmosphäre zu einem gemeinsamen Mittagessen.
Raymund Fobes
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